28.2.2025
Mit Freude teilen wir einen persönlichen Artikel unserer Bewohnerin aus dem Seniorenzentrum St. Martin, in dem sie ihre Erfahrungen schildert und zeigt, wie es ihr gelingt, auch in dieser Lebensphase Zufriedenheit und Glück zu finden.
Glücklich sein im Seniorenheim?
Früher hätte ich mir niemals vorstellen können, dass man sich in einem Seniorenheim so wohlfühlen kann. Heute weiß ich es besser!
Vor nun gut zwei Jahren hatte ich das Pech, dass ich nach zwei neuen Knieprothesen und einer weiteren schlecht gelaufenen Operation weder stehen noch laufen konnte, woran auch eine Reha nichts mehr ändern konnte. Ich saß im Rollstuhl und konnte die 14 Stufen zu unserer Wohnung nicht überwinden. Daher wurde es unerlässlich, ins Heim zu gehen.
Von der Reha aus ging es also per Krankenwagen direkt ins Altenheim, korrekt Seniorenzentrum St. Martin in Essen-Rüttenscheid. Und weil ich nach mehr als 51 Ehejahren nicht auf die Nähe meines Mannes verzichten wollte, brauchten wir sogar zwei Heimplätze. Glücklicherweise bekamen wir ein schönes Doppelzimmer, das wir mit unseren eigenen Möbeln ergänzen konnten, dazu unseren großen TV und den Bücherschrank mit 50 Fotoalben. Unsere Kinder mussten unsere alte Wohnung auflösen, denn wir konnten es beide nicht mehr selber tun, da ich im Rollstuhl sitze und mein Mann auf einen Rollator angewiesen ist.
Wir wurden sehr freundlich empfangen und der Hausmeister hängte uns nachunseren Wünschen all unsere Familienfotos und Bilder aus der alten Wohnung auf, damit wir uns heimisch fühlen konnten.
Wir nehmen an vielen Angeboten teil, die wir hier bekommen. So gibt es keine Langeweile; und auch die Mitbewohnenden, die sich nichts mehr zutrauen oder sich in ihr Schneckenhaus zurückgezogen haben, werden immer wieder ermuntert und angesprochen, doch teilzunehmen - sei es beim Kegeln, Basteln, Singen oder beim Bingo spielen.
Ehrenamtliche Betreuer*innen unterstützen die Bewohnenden, denen das Mitmachen beschwerlich ist. Letztens spielte ich mal wieder beim Bingo mit. Ich hatte dazu meine eigenen Zahlen im Blick und auch die Zahlen einer viel älteren Nachbarin neben mir. Sie hatte als Erste alle ihre Zahlen angekreuzt und rief ganz nervös „Bingo!".
Ich sehe noch immer ihr stolzes Lächeln vor mir, als sie sich als Prämie aussuchen konnte, ob sie lieber einen Piccolo Sekt oder ein Fläschchen Saft haben möchte. Die Dame musste vorher zum Mitspielen überredet werden, will aber nächste Woche wieder mitmachen.
Es finden etliche Feste hier im Hause statt, die wir sehr genießen, ebenso wie die liebevolle Pflege und das freundliche Personal.
Das allesträgt zu unserer Zufriedenheit bei und sorgt für einen ruhigen sowie gutversorgten Lebensabend. Mein Mann ist mit 81 Jahren und ich mit 78 Jahren hier eingezogen.
A. T.